Eine neue Funktion wird gebraucht, also kommt ein Plugin dazu. Ein Formular, eine Schnittstelle, ein Analysewerkzeug. Jede Entscheidung kann sinnvoll sein. Jahre später ist die Website schwerer zu ändern und niemand weiß genau, welche Erweiterung noch wofür gebraucht wird.
Das Problem ist selten eine bestimmte Zahl. Eine Website mit 35 gut geführten Plugins kann durchaus verlässlicher sein als eine mit zwölf, deren Rolle niemand mehr erklären kann. Komplexität entsteht nicht durch das Zählen von Plugins. Sie entsteht durch ungeklärte Abhängigkeiten.
Jedes Plugin ist eine Entscheidung mit Folgekosten
Ein Plugin bringt eigenen Code, Updates und oft Verbindungen zu anderen Systemen mit. Das kann die richtige Lösung sein. Jemand muss jedoch beurteilen, ob die Erweiterung weiterhin passt.
Fehlt diese Verantwortung, sammeln sich alte Integrationen, doppelte Funktionen und widersprüchliche Einstellungen an. Spürbar wird das meist erst, wenn eine Kampagne startet, ein Update fehlschlägt oder eine kleine Änderung mehrere andere Bereiche betrifft.
Weniger ist nicht automatisch besser
Plugins pauschal zu entfernen ist ebenso wenig eine Strategie wie ständig neue hinzuzufügen. Eine individuell programmierte Lösung kann mehr Aufwand verursachen als ein etabliertes Plugin. Eine Erweiterung, die nur noch aus Gewohnheit aktiv ist, kann dagegen unnötige Risiken erzeugen.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht: „Wie viele Plugins dürfen wir haben?“ Sondern: „Welchen geschäftlichen Zweck erfüllt diese Erweiterung heute?“ Darauf sollten zwei weitere Antworten folgen: Wer verantwortet sie, und wie wird sie gewartet oder ersetzt?
Verantwortung macht Komplexität beherrschbar
Für jede Erweiterung sollte klar sein, warum sie gebraucht wird und wer bei Änderungen entscheidet. Dazu gehört ein Wartungsplan mit kontrollierten Updates, Prüfungen der wichtigsten Formulare und Abläufe, verständlicher Dokumentation sowie einem Backup- und Wiederherstellungsplan.
Die eigentliche Managemententscheidung
Eine geschäftskritische Website braucht nicht möglichst wenige Plugins. Sie braucht nachvollziehbare Entscheidungen. So lassen sich Funktionen weiterentwickeln, ohne dass jede Änderung zum Risiko wird.
Wenn niemand den aktuellen Aufbau sicher erklären kann, ist eine Bestandsaufnahme der vernünftige Anfang. Im DKSIGN Check kläre ich, welche Erweiterungen geschäftlich relevant sind, wo kritische Abhängigkeiten liegen und wie Verantwortung und Wartung eindeutig geregelt werden können.